Wilhelm Tell   ABENDVERANSTALTUNG

 

Schauspiel von Friedrich Schiller

Ein Familienvater hebt die Armbrust. Er zielt auf den Kopf seines geliebten Sohnes. Nein, genauer: Er zielt auf den Apfel, der auf dem Kopf des Sohnes liegt. Die Leute um ihn herum sind entsetzt, halten den Atem an. Der Vater drückt ab. Was muss geschehen, dass ein Mensch so weit geht, das Leben seines eigenen Kindes so aufs Spiel zu setzen? Und was macht es mit einem Menschen, wenn er zu einer solchen Tat gezwungen wird?

Muss Gewalt mit Gewalt beantwortet werden? Und ist Gewalt das Mittel, die eigene Freiheit zu erkämpfen? Schillers Drama über den Schweizer Widerstandskämpfer Wilhelm Tell ist eines der bedeutendsten Stücke der Weltliteratur. Freilichtspiele-Intendant Christian Doll setzt sich in seiner Eröffnungsinszenierung der 93. Freilichtspiele mit dem Mythos von Tell als Nationalheld und Schillers idealisiertem Bild des Freiheitskampfes auseinander.


Premiere am 9. Juni 2018,
20.30 Uhr, Große Treppe vor St. Michael


Regie Christian Doll
Bühne und Kostüme  Cornelia Brey
Dramaturgie  Eva Veiders
Lichtdesign  Uwe Grünewald
Regieassistenz  Philip Dreher
Ausstattungsassistenz  Christine Leers

Wilhelm Tell  Gunter Heun
Hermann Geßler  Thomas Klenk
Werner Stauffacher  Dirk Schäfer
Gertrud Stauffacher  Alice Hanimyan/Silke Buchholz
Hedwig Tell  Martina Maria Reichert/Silke Buchholz
Arnold vom Melchtal  Moritz Fleiter
Walter Fürst  Mario Gremlich
Freiherr von Attinghausen/Alter Mann  Christine Dorner
Ulrich von Rudenz  Natanaël Lienhard
Berta von Bruneck  Alice Hanimyan
Frießhart/Konrad Baumgarten  Dirk Weiler
Leuthold  Martina Maria Reichert/Silke Buchholz
Johannes Parricida/Ruodi/Meister Steinmetz  Carl-Ludwig Weinknecht
Walter Tell  Lorena Elser
Wilhelm Tell  Lucia Gritzki/Bernadette Heinritz
Söldner des Landvogts  Maximilian Klein, Moritz Schneider
Chor der Eidgenossen/ Auf dem Rütli  Christine Dorner (Hans auf der Mauer), Moritz Fleiter (Arnold
vom Melchtal), Mario Gremlich (Walter Fürst), Alice Hanimyan (Konrad Hunn), Maximilian Klein (Sigrist), Natanaël Lienhard (Struth von Winkelried), Dirk Schäfer (Werner Stauffacher), Moritz Schneider (Meier
von Sarnen), Dirk Weiler (Itel Reding), Carl-Ludwig Weinknecht (Rösselmann)

Mehr Informationen zum Ensemble

 
 
 

Pressestimmen

Doll und sein Team kreieren eine Form, in welcher der Klassiker nicht zum Klischee erstarrt. Sie findet eine stimmige Balance zwischen alpiner Knorrigkeit und behutsamer Symboltracht. [...]
Das Ensemble beherrscht Schillers Verse souverän, erfüllt sie mit Leben, bringt sie zum Schwingen.
Bettina Lober, Haller Tagblatt

Schillers letztes großes Werk über den Schweizer Nationalheld dauerte in der Uraufführung 1804 gut fünf Stunden – die Haller schaffen es in zwei. Mit einer Mischung aus Heimat-Western und klassischem Drama, ernsthaft und doch unterhaltsam dank einiger starken Bilder und überraschenden Regieeinfällen. [...]
Alles gut!? Der Tyrann liegt darnieder, das Volk feiert mit Sekt und mit Schubidu-Musik Tell und die Freiheit. Von wegen. Anders als bei vielen anderen Inszenierungen entlässt Doll Tell und das Publikum nicht. [...] Am Ende bleibt der Einzelne mit seiner Schuld allein.

Dagmar Oltersdorf, Schwäbische Post

Schauspielerisch großes Kino liefern allen voran die Kultschauspielerin Christine Dorner als (sterbender) Attinghausen, Thomas Klenk als süffisanter, perfide sadistischer Machtmensch Geßler und Gunter Heun als naturverbundener, schließlich an sich und seiner Tat verzweifelndes Urgestein.
Leonore Welzin, Heilbronner Stimme

 
 
 

Sonderveranstaltungen zu "Wilhelm Tell"

 
 
 

Stückeinführungen zu "Wilhelm Tell"

finden bei allen Vorstellungen (mit Ausnahme der Premiere) jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Haller Rathauses statt. Der Eintritt ist frei!

 
 
 

Freilichtspiele hautnah: Schiller lesen

Öffentliche Leseprobe
Eine Veranstaltung der VHS Schwäbisch Hall in Kooperation mit den Freilichtspielen

Ein außergewöhnlicher Einblick mitten in den Probenprozess einer Freilichtspiele-Produktion: Intendant und Regisseur Christian Doll und sein Ensemble laden zu zwei Leseproben der Neuinszenierung von Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ ein. Wie bei Leseproben im Theater üblich, wird gemeinsam gelesen und diskutiert: über die großen Themen des Stücks, die Figuren, den geschichtlichen Hintergrund oder die Umsetzung auf der Großen Treppe. Besucher der Leseproben sind herzlich eingeladen, sich an den Diskussionen mit zu beteiligen - oder einfach zuzuhören und mitzuerleben, welche Gedanken sich ein Ensemble macht, um heute einen Schauspielklassiker klug und sinnlich auf die Bühne zu bringen.

Öffentliche Leseproben am Montag, 7., 14. Mai, jeweils 19 Uhr
Treffpunkt: Haalhalle, Im Haal 17, 74523 Schwäbisch Hall

Teilnahmegebühr pro Leseprobe: 5 Euro (ermäßigt: 3 Euro)
Teilnahmegebühr für beide Leseproben inkl. Karte für gemeinsamen Theaterbesuch am Sonntag, 10. Juni, 20.30 Uhr, in Block A: 42 Euro

Anmeldungen für "Schiller lesen" sind ab 22. Januar 2018 und ausschließlich über die VHS Schwäbisch Hall möglich!

 
 
 

Freilichtspiele hautnah: Wilhelm Tell - Vorbild im Kampf für die Freiheit?

Theatergespräch
Eine Veranstaltung der VHS Schwäbisch Hall in Kooperation mit den Freilichtspielen


Schiller inszeniert den Kampf für die Freiheit in seinem berühmten Schauspiel als großes heroisches Epos. Konstituierend für den nationalen Freiheitsbegriff sind die Abgrenzung gegen ein gemeinsames Feindbild und Gewalt als Mittel zu Durchsetzung der Freiheit. Doch zugleich wird immer wieder die Rechtschaffenheit der Eidgenossen und ihre Skepsis gegenüber einer kämpferischen Haltung betont. Ein Aufstand der Biedermeier? Wie blicken wir heute auf Schillers Vorstellungen von Freiheit? Wie kommt es, dass er mit Wilhelm Tell eine Figur heroisiert, die den Tyrannenmord zunächst nur aus persönlicher Rache begeht und erst durch sein Umfeld zum politischen Held gemacht wird?
Marcel Miara diskutiert mit Regisseur Christian Doll und Darstellern aus der Produktion der diesjährigen Freilichtspiele über Aspekte der Inszenierung „Wilhelm Tell“.

Der Eintritt ist frei
Veranstaltungsort: VHS Schwäbisch Hall, Salinenstraße 6, 74523 Schwäbisch Hall

Karten buchen

Für die Vorstellung am
 
 

Die Freiheit wird gefeiert. Tell (Gunter Heun) braucht noch einen Augenblick.

Die Vertreter der Kantone (Moritz Fleiter, Moritz Schneider, Natanaël Lienhard, Christine Dorner, Mario Gremlich, Alice Hanimyan, Dirk Weiler, Dirk Schäfer, Maximilian Klein) schwören unter Anleitung von Pfarrer Rösselmann (Carl-Ludwig Weinknecht) den Eid des neuen Bundes.

Tell (Gunter Heun) übt mit seinen Söhnen Wilhelm (Bernadette Heinritz) und Walter (Lorena Elser) schießen.

Der Apfel ist getroffen. Pfarrer Rösselmann (Carl Ludwig Weinknecht) verflucht Geßler (Thomas Klenk); Hutwächter Frießhart (Dirk Weiler) bestaunt den Apfel.

Tell (Gunter Heun) weiß: Durch diese hohle Gasse musste Geßler (Thomas Klenk) kommen.

Alle Fotos: Jürgen Weller