"Es steigt der Mut mit der Gelegenheit."
(William Shakespeare)
Ein Theaterprojekt für Kunst und Integration im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg
Von Oktober 2011 bis Februar 2012 trafen sich drei Gruppen einmal pro Woche an verschiedenen Orten, lernten sich kennen, machten (meist erste) Erfahrungen mit Schauspielübungen und Improvisationen.
Seit März 2012 proben die drei Gruppen zusammen und erarbeiten aus ihrem bisherigen und aus neuem Material ihre eigene Theatershow.
Im Mittelpunkt stehen die Belange der Jugendlichen: Ihre Angst vor dem Erwachsenwerden, Ihr Wunsch nach Anerkennung und Toleranz, Ihre Träume, Ihre Sorgen und Ihre Gefühle. Sie thematisieren ihre aktuelle Lebenssituation und den Umgang mit Andersartigkeit.
Unterstützt werden die Jugendlichen von den Theaterpädagogen Brunhilde Scheurer und Andreas Entner, Alice Schwarz (Sozialarbeiterin MA) und Ingo Dittmann (Heilerziehungspfleger) von der Mobilen Jugendarbeit SHA, der Bühnenbildnerin Anne Brüssel, dem Dramaturgen Georg Kistner und Silvia Ofori als theaterpädagogische Praktikantin.
Das Projekt wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit Kunsthalle Würth.
Ein Projekt
in Kooperation mit dem Kleinen Theater Hall e.V., der Volkshochschule
Schwäbisch Hall (VHS) und dem Internationalen Frauenkreis Schwäbisch
Hall (IFK)
Leitung: Andreas Entner, Rainer Möck (Kleines Theater Hall e.V.)
Interkulturelle Coachs: Andrea Wanner, Patricia Masibay
Bei Abenteuer Vielfalt bilden wir Jugendliche zu JugendbegleiternInnen im Bereich Theaterpädagogik aus, die im Anschluss an das Projekt ihre erworbenen Fähigkeiten Grund- und Ganztagsschulen zur Verfügung stellen.
Projektziele:
Zeitraum
Der Zeitplan für das Projekt läuft grundsätzlich jedes Jahr gleich: im Herbst beginnt die Ausbildung für die Jugendlichen und im Frühjahr des folgenden Jahres wird die sechsmonatige Ausbildung offiziell abgeschlossen. Nach den Osterferien gehen die neuen Jugendbegleiter dann in die Grundschulen.
Zum Hintergrund
"Abenteuer Vielfalt" ist eine ambitionierte Antwort auf die Einladung der Heilbronner Förderinitiative "Pakt Zukunft" für innovative Projektideen zur Förderung von Kinder mit dem Schwerpunkt: Bildung, Betreuung, Familie, Integration im Jahr 2009.
Schwäbisch Hall mit rund 37.000 Einwohnern (davon 10 Prozent ausländischer Nationalität aus über 100 Nationen) und das Selbstverständnis als weltoffene Stadt wird immer interkultureller und vielfältiger. Viele Haller Kinder und Jugendliche wachsen heute in eine Welt hinein, in der Verschiedenheit von Lebensbedingungen und Lebenswirklichkeiten immer mehr zum Alltag dazu gehört. In dem Maße, wie "Fremdheit" verstärkt in die eigene Region kommt, verlassen wir mehr und mehr die bekannte Umgebung und werden selbst irgendwo in der Welt "fremd" sein. Dabei macht sich Vielfalt nicht nur an interkulturellen Grenzen fest. Die Vielfalt drückt sich auch bei den Unterscheidungen im Geschlecht, in den sozialen Schichten, in den Religionen, oder in den Sprachen aus. Ebenso wie in den äußerlichen Unterschieden, wie "dick" und "dünn" ober bei vielen Formen von Behinderung. Um damit positiv und kompetent umzugehen ist ein bewusstes Erleben von Vielfalt und das Erlernen von positiven Umgangsformen mit Vielfalt die Voraussetztung. Dieses Lernen ist förderlich für den Einzelnen, sowie für ein gelingendes gemeinschaftliches Zusammenleben und ebenso für eine friedliche Gesellschaft.
Die Jugendbegleiterausbildung "Abenteuer Vielfalt" lief im März 2012 bereits zum dritten Mal erfolgreich zu Ende. Nun sind die Jugendlichen an Grund- und Ganztagsschulen in Schwäbisch Hall tätig.
Die 4. Staffel hat beginnt im Oktober 2012!
Anmeldung per E-Mail
Teilnahme für Jugendliche zwischen 14-19 Jahren
Die Teilnahme ist kostenlos!
Ein Projekt in Kooperation mit dem Fachbereich Jugend, Schule und Soziales der Stadt Schwäbisch Hall
Leitung: Tina Koball
Assistenz: Annalena Grihn
„Wir sind Akteure und Regisseure, Dichter und Musiker ... Ich habe vieles entdeckt.“
(Paulina Schelhorn)
Zur Gruppe
Die Gruppe setzt sich aus zehn erwachsenen Teilnehmerinnen im Alter von 26 – 49 Jahren zusammen. Die meisten Frauen brachten bereits Bühnenerfahrung mit, da sie einer Bauchtanzgruppe angehören, die regelmäßig im Rahmen der Feste der „Teestube“ auftreten. Bis auf eine deutsche Teilnehmerin, haben alle Frauen Migrationshintergrund. Sie kommen aus Kirgistan, Kasachstan und Sibirien.
Zum Hintergrund
Im Februar 2010 geriet der Stadtteil Solpark in Schwäbisch Hall mit negativen Schlagzeilen in die Öffentlichkeit. Eine Grundschülerin wurde von einem Sexualverbrecher verfolgt, niedergeschlagen und missbraucht. Das achtjährige Mädchen kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Der Solpark ist ein Industrie-, Werbe- und Wohngebiet, das einst als Kasernengelände diente. Auch wenn versucht wird, den Solpark als attraktives Wohngebiet anzubieten, so gilt er doch in erster Linie als ein Viertel mit hohem Ausländeranteil, wobei soziale Nachteile zu Unzufriedenheit führen.
In diesem Zusammenhang kam Astrid Winter vom Amt für Jugend, Schule und Soziales auf die Freilichtspiele Schwäbisch Hall zu. Ihre Idee war es, dass im Solpark Grundbedürfnisse, wie Kultur generiert werden müssen.
Im Rahmen der „Teestube“, die zwei Mal wöchentlich ihre Türen öffnet, wurden Teilnehmer für ein Theaterprojekt gewonnen.
Zum Stück
Die Frauen bearbeiteten Situationen, Gefühle und Geschichten aus dem eigenen Leben. Dabei ging es um den theatralen Umgang mit dem Thema „Frau sein“ sowie darum, wie man sich zurechtfindet in einer Welt, die vertraut und trotzdem anders ist als die Heimat. Aus Improvisationen entstand eine erfolgreiche Szenenkollage aus Schauspiel, Tanz und Musik, die nicht nur einen Einblick in das Projekt, sondern auch in die Alltagsrealität der Akteurinnen gewährt.
Von Oktober 2010 bis Januar 2011 traf sich die Gruppe wöchentlich.
Die daraus entstandene Szenencollage wurde am Montag, 24.01.2011 im „Alten Casino“, Solpark und am Donnerstag, 27.01.2011 im Theatersaal des Alten Schlachthauses vor begeistertem Publikum aufgeführt.
weiterer Aufführungstermin:
11. September 2011 um 14 h im Haus der Bildung