Patrick Süskind, berühmt durch seinen Roman „Das Parfüm“ und seine zahlreichen Drehbücher (Monaco Franze, Kir Royal, Rossini), gelang mit seinem Bassisten-Monolog Der Kontrabass ein Welterfolg, der allein in Deutschland in der Spielsaison 84/85 über 500 Aufführungen zählte. Hendrik Pape spielt diese witzige und berührende Geschichte vom einsamen Kontrabassisten, der enthusiastisch von den Vorzügen seines Instruments und den unvergleichlichen Erlebnissen erzählt, die klassische Musik zu bieten hat, bis zunehmend Verbitterung und Hass auf seinen Beruf und sein unförmiges Instrument herausplatzen, auf dem man nur in seltensten Fällen alle vorgeschriebenen Noten überhaupt spielen kann. Nur die sehnsuchtsvoll-unerfüllte Liebe zur Sopranistin gibt ihm Aussicht auf eine spektakuläre Geste, die er sich vielleicht heute Abend nun endlich zutraut. Der Regisseur dieser Produktion, Thomas Höhne, war in den späten 90er- und frühen 2000er-Jahren übrigens mehrfach unter Freilichtspiele-Intendant Achim Plato als Schauspieler auf der Großen Treppe, der Kleinen Treppe und im Haller Globe Theater zu sehen – und machte zuletzt in der Region als Regisseur des „Theaters im Fluss“ in Künzelsau von sich reden.
Komödie von Patrick Süskind
Samstag, 6. Dezember um 19:30 Uhr im Neuen Globe
Arthur Schnitzler, neben Hugo von Hofmannsthal der bekannteste Vertreter der „Wiener Moderne“, wird heutzutage nicht häufig gelesen und auf deutschen Bühnen nur selten aufgeführt, und dann vornehmlich seine großen psychologischen Werke wie „Der einsame Weg“ oder „Das weite Land“. Bekannt aber sind weiterhin sein „Leutnant Gustl“ und sein „Fräulein Else“. Beide zeigen (zum ersten Mal in der Literaturgeschichte) in einem stringent durchgeführten inneren Monolog die feinen Verästelungen der geistigen und körperlichen Situation eines Menschen in einer Extremsituation. Bei „Fräulein Else“ beauftragt die Mutter telegraphisch die junge Else, die mit Verwandten und weiteren Gästen zur Erholung im Kurhotel weilt, den drohenden Bankrott ihres Vaters abzuwenden und den Geschäftsfreund, den reichen Kunsthändler Dorsday, um ein hohes Darlehn zu bitten. Der ältliche Lebemann knüpft daran die Bedingung, sie lediglich vom Sternenlicht bekleidet anzusehen. Der quälende Konflikt zwischen empörter Scham und erpresster Aufopferung für die Familie treibt sie schließlich in den Tod: Sie nimmt eine Überdosis Veronal.
Christine Dorner, seit neun Spielzeiten in zahlreichen Rollen in Hall zu sehen – z.B. unvergessen als resolute Signora Christina in „Don Camillo und Peppone“, als Großmutter im „Wienerwald“ oder als Kassiopeia in „Momo“ – liest diesen atemlosen Monolog.
Fräulein Else – Lesung mit Christine Dorner
von Arthur Schnitzler
Mittwoch, 10. Dezember, 19:30 Uhr im Neuen Globe
Karten Online unter: www.freilichtspiele-hall.de
Telefonisch bei der Tourist Information Schwäbisch Hall: Telefon 0791 751-600
Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Ihr
Team der Freilichtspiele
