Pressegespräch zum Ende der Festspielsaison Sommer 2021

Zum Abschluss des Sommers gaben der Oberbürgermeister von Schwäbisch Hall und 1. Vorsitzender der Freilichtspiele e.V. Hermann-Josef Pelgrim und der Intendant der Freilichtspiele Christian Doll der Presse eine Rückschau auf den Sommer 2021.

Oberbürgermeister Pelgrim und Intendant Doll zogen glücklich Bilanz einer bemerkenswerten Spielzeit. 45.557 Karten wurden verkauft, damit wurden die Erwartungen bei Weitem übertroffen. Das Publikum zeigte sich überaus begeistert von Qualität und Vielfalt der Inszenierungen. Vor allem „Nathan der Weise“ mit Walter Sittler in der Titelrolle fand große Aufmerksamkeit, Kristina Love als Deloris von Cartier glänzte in „Sister Act“ inmitten eines hochkarätigen Ensembles. Die Bilanz der Spielzeit ist überaus positiv, die Freilichtspiele hatten, wie kaum ein anderes Freilichttheater, auf einen umfangreichen Spielplan mit großen Produktionen gesetzt. Die Pläne wurden von der Stadt und vom Land Baden-Württemberg sehr unterstützt, das Hygienekonzept fand allgemeine Akzeptanz.

Pelgrim lobte die richtigen Entscheidungen des Teams der Freilichtspiele in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium und der Stadt. Lobte die Risikobereitschaft, mitten in der Pandemie einen vollumfänglichen Spielplan anzubieten, mit anspruchsvollen, kostenintensiven Produktionen auf der Großen Treppe und an den Spielstätten im und auf den Bühnen am Neuen Globe im Freien: Parkbühne und Außenbühne. Dies war nur möglich mit einem Plan, der immer flexibel auf die Vorgaben der entsprechenden Coronaverordnungen, was die Platzbelegung und die erlaubte Zuschauerzahl anbelangt, reagieren konnte. „Die Zahlen geben uns recht“, so der Bürgermeister, „45.557 Karten wurden verkauft, das ist eine Zielübererfüllung“. Zusammen mit der Unterstützung durch das Land erlaubt dies einen ausgeglichen Haushaltsabschluss für den Sommer, was wichtig ist, damit kein Defizit den Spielbetrieb im nächsten Jahr belastet. Als einziges Manko bleibt, dass eine große Eröffnung mit „rotem Teppich“ und einer inhaltlichen Präsentation der Festspielsaison auch in diesem Jahr wegen der Pandemie entfallen musste. Dies bleibe ihm als Wunsch für die nächste Saison. Schwäbisch Hall gehört zu den ganz wenigen Festspielorten, die ein beispielhaft großes Angebot leisten konnten, mit einem ausgefeilten, strengen Hygienekonzept, welches erfolgreich war: Es gab keinen Ansteckungsfall, weder bei den Beschäftigten der Freilichtspiele noch beim Publikum.

Christian Doll: „Wir hatten den Mut, 2020 fast als Einzige zu spielen, diese Erfahrung erwies sich als sehr nützlich. Wir waren sehr gut auf die zweite Pandemiespielzeit vorbereitet“. Früh konnte mit dem Vorverkauf für 2021 begonnen werden, den Kartenkäufern konnte gut vermittelt werden, dass mit einem flexiblen Konzept zwar die Anzahl der Plätze angepasst werden kann, dennoch ihr Sitzplatz sicher ist. Nur bei einer Vorstellung wurden den Zuschauern neue Karten zugesandt, bei „Ewig Jung“ wurde der Veranstaltungsort von draußen nach drinnen verlegt. Es war eine anstrengende Spielzeit, weil sich die Verordnungen oft geändert haben bzw. geändert werden mussten. Das ganze Team ging immer sehr flexibel mit den neuen Situationen um, dachte sich auch ungewöhnlich Lösungen aus. Impfungen wurden organisiert, täglich wurde getestet, alle Ensemblemitglieder, die abends auf der Bühne standen, wurden zusätzlich zur Impfung auch noch getestet. Die Freilichtspiele waren auch ein vom Land BaWü injiziertes Modellprojekt, das Hygienekonzept und die Platzausnutzung wurde wissenschaftlich begleitet. Die Befragungen ergaben eine hohe Zufriedenheit (90 %) mit der Umsetzung der Vorschriften: Adressnachverfolgung, Kontrolle der Nachweise, Beschilderung, Platzierung und den Informationen dazu. Das Publikum hat alle Regelungen gut und sorgfältig mitgemacht, die Stadt hat genügend Testkapazitäten zur Verfügung gestellt. Die Testung der Mitarbeiter und des Ensembles konnte nur mit einer außerordentlichen Unterstützung des Freundeskreises der Freilichtspiele geleistet werden.

Der Oberbürgermeister unterstreicht die vielen zahlreichen positiven Rückmeldungen vonseiten der Gastronomie und der Hotels, die zeitgleich zum Saisonstart Mitte Juni ihr Angebot hochfahren konnten und sehr von dem Zuschauerstrom profitierten. Auch politisch war die Resonanz auf Landesebene sehr positiv. Es ist für die Stadt eminent wichtig, dass nichts einfach wegbricht. Zum zweiten Mal konnte also in der Pandemie ein wichtiger Beitrag für die Stadt auf hohem Niveau stattfinden, mit hoher Attraktivität für den Standort.

Künstlerisch zeigte sich Christian Doll überaus zufrieden, vor allem „Nathan der Weise“ und „Sister Act“ konnten in großer Qualität das Publikum überzeugen. Beide Ensembles waren herausragend, Walter Sittler in der Titelrolle „Nathan“ hat viele Zuschauer fasziniert, das „Nonnenensemble“ lässt sich sicher noch hochkarätiger nicht besetzen. Zudem konnten die Tonqualität und damit die Verständlichkeit auf dem weitläufigen Marktplatz an der Großen Treppe nochmals verbessert werden. Großer Dank gilt den zuständigen Ministerien des Landes Baden-Württemberg. Diese hatten für die Belange ein stets offenes Ohr und haben den Freilichtspielen den Rücken gestärkt, am umfangreichen Spielplan festzuhalten. Die Bedeutung von stattfindender Kultur wurde betont und als zentral für die Stadt und die Region erkannt.

Für die Freilichtspiele und ihr Personal ist Kontinuität überaus wichtig: Die 180 Beschäftigten, davon 90 im künstlerischen Bereich, zeigten sich dankbar, dass im letzten und in diesem Jahr gespielt wurde und sie ihr Spezialwissen und ihre Kunst wieder in Schwäbisch Hall zeigen durften. Dies hat ihre Bindung an die Freilichtspiele verstärkt.

Zuletzt gab es einen Ausblick auf den Sommer 2022: Auf der Großen Treppe wird Thomas Goritzki das Musical „Der kleine Horrorladen“ inszenieren, die musikalische Leitung hat Heiko Lippmann, er dirigiert die erstmals in Deutschland aufgeführte Fassung für großes Orchester. Max Merker führt Regie bei der romantischen Tragikomödie „Cyrano de Bergerac“. Wiederaufnahmen: „Nathan der Weise“ und „Sister Act“. Im Neuen Globe inszeniert Intendant Doll Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“. Wieder zu sehen: „Für immer Azzurro“, „Ewig Jung“ und, sie konnte in den letzten beiden Saisons pandemiebedingt nicht gezeigt werden, die Erfolgsinszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“. Dazu wird es noch Gastspiele und Konzerte geben. Der Vorverkauf für den Sommer wird Mitte November beginnen.

Zurück