Verbotene Liebe im alten Ägypten

Das Disney-Musical „Elton John und Tim Rice’s AIDA“ feiert am 14. Juli Premiere auf der Großen Treppe vor St. Michael

Mitreißende Popmelodien aus der Feder von Elton John wehen seit einigen Tagen über die Große Treppe vor der Haller Michaelskirche und den Schwäbisch Haller Marktplatz. Die letzte Neuproduktion der Freilichtspiele Schwäbisch Hall im Sommer 2019, das Musical „Elton John und Tim Rice’s AIDA“, ist in der letzten Probenphase angekommen. Die Premiere des Disney-Musicals, in dem sich die Große Treppe vor St. Michael ins alte Ägypten verwandelt, findet am kommenden Samstag, 13. Juli, um 20.30 Uhr auf der Großen Treppe statt.

Aida: Eine starke Frau, selbst in Gefangenschaft

Frei nach Giuseppe Verdis Oper erzählt das mit einem Grammy und zahlreichen Tony Awards ausgezeichnete Musical die Geschichte der charismatischen Nubierprinzessin Aida. Als Sklavin nach Ägypten verschleppt, beeindruckt sie schnell den obersten Feldherrn Radames und freundet sich mit Pharaonentochter Amneris an, der sie als Kammerzofe dienen muss. Zwischen Aida und Radames entwickelt sich eine verbotene Liebesbeziehung, ist Radames doch bereits Amneris versprochen und soll sie in wenigen Tagen heiraten. Wenn es nach Radames’ Vater Zoser geht, der den Pharao heimlich vergiftet, soll Radames sogar bald den obersten Thron Ägyptens besteigen. Als dann auch noch Aidas Vater von den Ägyptern gefangengenommen wird und hingerichtet werden soll, stehen Aida und Radames vor schweren Gewissensentscheidungen: Stehen sie zu ihrer Liebe oder zu den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie und ihrem Land?

Eine Geschichte von Macht, Liebe und Selbstfindung

Die Regie und Choreografie von „Elton John und Tim Rice’s AIDA“ übernimmt Christopher Tölle, der bereits im Vorjahr das Tanzmusical „Saturday Night Fever“ leitete. „In AIDA wird mit politischer und psychologischer Tiefe eine märchenhafte Geschichte von Macht, Liebe und Selbstfindung erzählt“, so Tölle. „Die Story ist in Teilen so wunderbar unterhaltsam wie ein Disney-Musical es sein muss, aber sie nimmt trotzdem interessante Wendungen und erlaubt es, tiefgründige und komplexe Figuren mit Ecken und Kanten zu zeigen.“

In der Titelrolle als Aida ist die junge Niederländerin Kimberly Thompson zu sehen, die bereits im Alter von 14 Jahren ihr Heimatland beim Junior Eurovision Song Contest vertrat und zuletzt für mehrere Jahre unter anderem als Löwenkönigin Sarabi in der holländischen Großproduktion von „Der König der Löwen“ auf der Bühne stand. Mit Rupert Markthaler als Radames und Martina Lechner als Amneris sind zwei etablierte Größen der deutschsprachigen Musicalszene in den weiteren Hauptrollen zu erleben: Markthaler übernahm zuletzt unter anderem die Titelrolle des Musicals „Tarzan“ in Hamburg, während Martina Lechner im Vorjahr als Jeanie in „Hair“ bei den Bad Hersfelder Festspielen zu sehen war. Insgesamt zählt das Ensemble 18 Darsteller*innen aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Ecuador, Ghana, Australien, der Dominikanischen Republik und Österreich.

Die Kompositionen von Elton John: Popmusik mit orientalischen Anklängen

„Es ist einfach gut geschriebene Popmusik, welche jederzeit – egal, ob sie als Reggae, Ballade oder Rock daherkommt – Elton John durchklingen lässt. Dazu noch ist sie exzellent arrangiert und dramatisch hochemotional eingesetzt“, schwärmt der musikalische Leiter der Festspiele, Heiko Lippmann, der das 11-köpfige Freilichtspiele-Orchester vom Keyboard 1 aus dirigiert. „Da waren bei der Entwicklung des Musicals vor zwanzig Jahren viele geniale Kreative beteiligt.“ Die stilistische Vielfalt in der Musik setzt sich in der Instrumentierung fort: Klavier, Gitarre, Streicher und Drums dominieren bei den typischen Musicaltiteln von Elton John, während Horn, Oboe und Englisch Horn die Brücke zu orientalischen Klängen schlagen. Und eine gänzlich andere musikalische Welt entsteht mit einer Vielzahl von ethnischen Instrumenten wie Djemben, Darabuka und Tabla bei Percussion und Drums, Sitar, Santur und Balafon bei den Keyboards.

Eine Pyramide auf der Treppe

Spektakulär ist auch das Bühnenbild auf der Großen Treppe vor St. Michael. Ausstatterin Kati Kolb hat eine acht Meter breite und vier Meter hohe, begehbare, goldene Pyramide entworfen, die den Bühnenraum auf der Großen Treppe dominiert. Eine Felsenlandschaft, Feuereffekte und rund 70 aufwändig gestaltete Kostüme sorgen zudem für ein eindrückliches visuelles Erlebnis.

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