mit der Musik von Tom Waits
Gastspiel Metropoltheater München

Alice

30 Jahre Kleines Theater Hall
Robert Wilson - Tom Waits - Kathleen Brennan
 
Zeit seines Lebens war der studierte Theologe und Mathematiker Charles L. Dodgson, weltbekannt unter seinem Dichternamen Lewis Carroll, fasziniert von der jungen Alice Liddell, Tochter seines Universitäts- Dekans. Sie war häufiges Motiv seiner Fotografiearbeiten und Vorbild für die Heldin seines berühmten Klassikers „Alice im Wunderland“, den er für sie schrieb.
„Alice“, neben "The Black Rider" und „Woyzeck“ eine weitere Zusammenarbeit von Tom Waits und Robert Wilson, verflicht das Leben Charles Dodgsons und seine Obsession für Alice Liddell mit den Motiven aus "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln":
An einem gefährlichen Wendepunkt in seiner bislang unschuldigen Beziehung zu Alice angelangt, entführt Dodgson sie zum Schutz vor seinem Begehren in ein von ihm geschaffenes Wunderland, in dem er gefahrlos an ihrer Seite bleiben kann. In einer stets zwischen Traum und Wirklichkeit changierenden Szenerie von phantastischen Gestalten und rätselhaft-skurrilen Begegnungen, ist Dodgson mal unschuldiges Kaninchen, mal rettender Ritter, und verliert dabei zusehends die Fähigkeit, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten.
Als sich die Atmosphäre emotional und erotisch mehr und mehr auflädt, droht die Situation zwischen den beiden einander so tief verbundenen Figuren zu eskalieren … Die innere Zerrissenheit des Schriftstellers kommt in Tom Waits' melancholischen, sehnsuchtsvoll-zarten Melodien zum Ausdruck, die von lyrischen Balladen über einen spielerischen Walzer bis hin zu verrauchten Jazzsongs reichen – eine kongeniale Spiegelung des fragilen, abgründigen Traum- und Seelenlebens Dodgsons.
Tom Waits über seine Alice-Musik: "Alice is adult songs for children, or children’s songs for adults. It’s a maelstrom or fever-dream, a tone-poem, with torch songs and waltzes... an odyssey in dream and nonsense."
Ein magisch-surreales Spektakel aus Poesie, Groteske, Verlangen und Wahnsinn und eine tragisch unerfüllte Liebe.
Nach „The Black Rider“ und „Die Kinder des Olymp“ spielt das Metropoltheater wieder in Hall, im Jubiläumsprogramm des Kleinen Theaters Hall. „Alice“, 1992 am Thalia Theater in Hamburg in der Regie von Robert Wilson uraufgeführt, vervollständigt die Tom Waits-Trilogie am Metropol. Co-Autorin der Musik und Gesangstexte ist Tom Waits' Ehefrau und langjährige musikalische Kollaborateurin Kathleen Brennan. Für Philipp Moschitz, regelmäßig als Schauspieler am Metropoltheater zu sehen, ist „Alice“ nach dem mit dem Monica Bleibtreu-Preis ausgezeichneten Abend "Das Abschiedsdinner" die zweite Regiearbeit am Metropol.        
 
 
Musik und Gesangstexte Tom Waits und Kathleen Brennan
Text Paul Schmidt
Regie, Design, Visual Concept der Originalproduktion Robert Wilson
Deutsch von Wolfgang Wiens
Fotos Jean-Marc Turmes
 
Alice Vanessa Eckart
Charles Dodgson/Weißes Kaninchen/Weißer Ritter Thomas Schrimm
Rose/Grinsekatze/Altarboy 2 Andreas Thiele
Gänseblümchen/Köchin/Hutmacher/Humpty Dumpty Patrick Nellessen
Lilie/Märzhase/Königin Maria Hafner
Raupe/Herzogin/Haselmaus/Schaf Nathalie Schott
Frosch/Reh/König/Altarboy 1 Nick Robin Dietrich
Cello Emil Bekir / Monika Fuhs
Kontrabass Rene Haderer / Julia Hornung
Klarinette, Saxophon Silvan Kaiser / Steffen Schmitt / Ulrich Wangenheim
Schlagzeug Stefan Gollmitzer / Johannes Rothmoser
Piano Andreas Lenz v.Ungern-Sternberg
 
Regie Philipp Moschitz
 
Rezensionen
"Alltag haben wir alle, für das andere gehen wir ins Metropol. (...) Nicht Musical, nicht Oper, nicht Liederabend, sondern eine eigenwillige Symbiose aus Poesie und Psychologie, aus Alp- und Tagtraum. Philipp Moschitz gelingt der Zauber des Schwebens.“  
Süddeutsche Zeitung
 
“Eine famose „Alice“! Die 1992 am Hamburger Thalia-Theater uraufgeführte „Alice“ von Tom Waits und Robert Wilson ist (...) ein wenig in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie nun der Regisseur Philipp Moschitz nachweist. (...) Im Metropoltheater lässt sich die Vorlage kaum von der kongenialen Umsetzung durch Moschitz trennen. An Robert Wilsons Bildertheater denkt man kaum. (...) Diese „Alice“ vervollständigt nach vielen Jahren die 1998 mit „The Black Rider“ begonnene Tom-Waits-Trilogie des Metropoltheaters. Ihr Zauber versöhnt mit dem Stoff nach vielen Theater-Kindergeburtstagen. Und nach dem Applaus bei der Premiere zu urteilen: Das wird ein Renner."  
AZ

"Trost spendet die waidwunde Musik von Tom Waits und die Erkenntnis, dass das Theater an grandiosen Abenden wie diesem einer der besten Orte ist, kostbare Lebenszeit seiner endlichen Existenz zu verbringen." 
Bayern 2 Kultur
 

Termine

14., 15. November, 20 Uhr

Ort

Neues Globe