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Komödie von Pierre Carlet de Marivaux

Das Spiel von Liebe und Zufall

Aus dem Französischen von Sigrid Behrens

Für ausgesprochen ansehnlich hält sich hier schließlich jeder.

Silvia mag den zugedachten Gatten nicht unbesehen akzeptieren, genauer kann sie ihn prüfen, wenn sie ihr wahres Ich verkleidet. So tauscht sie mit ihrer Kammerzofe die Rollen und kann so unvoreingenommen der Herzen Gleichklang erspüren, über Standesgrenzen hinweg. Dass Dorante und sein Diener Harlekin die gleiche Strategie verfolgen wissen nur Vater und Bruder. Von diesen inszeniert und amüsiert verfolgt, drängt die Verwechslungskomödie zum glücklichen Ende, damit der Zufall nicht auf Kosten der Liebe überhandnimmt.

Es ist Marivaux‘ bekannteste Komödie aus der Tradition der commedia dell’Arte, nuancenreiche, geistvoll bewegliche Dialoge prägen dieses nie sich ausruhende Spiel über den Geleichklang vierer Herzen. Zu einer Zeit geschrieben, als die höheren Schichten nach einer neuen Form der Nähe suchten, die sich nicht auf das Körperliche, sondern seelenhaft Innerliche bezog, wo aus Berührung Rührung wird. Dies erfährt in einer Inszenierung, die den Körperkontakt vermeidet, einen ganz eigenen Reiz.

Willst du mich? Ich will dich! Und ab zum Notar, oder:
Liebst du mich? Ich dich auch nicht, und ab aufs Pferd.

Herr Orgon Dirk Weiler
Mario Martin Maecker
Silvia Martina Lechner
Dorante Patrick Nellessen
Lisette Alice Hanimyan
Harlekin Natanaël Lienhard

           

Regie Philipp Moschitz
Musikalische Leitung Heiko Lippmann
Bühne und Kostüme Cornelia Brey
Licht Design Uwe Grünewald
Dramaturgie Franz Burkhard
Regieassistenz Greta Klein

 

Rezensionen

Doch Marivaux' geistreiche Komödie ist mehr als nur ein amüsantes Verwirrspiel. Sie erzählt von gesellschaftlichen Konventionen, von den Möglichkeiten und Schwierigkeiten mit der Liebe sowie den vielen Äußerlichkeiten, die ihr oft im Wege stehen. Das Stück wirkt erstaunlich heutig, obwohl es vor fast dreihundert Jahren geschrieben wurde. […] Philipp Moschitz setzt mit seiner ersten Regiearbeit für die Freilichtspiele Schwäbisch Hall auf einen kühnen Stilmix und präsentiert ein reizvolles Spiel mit Nähe und Distanz. Ein gelungener Abend kann daraus freilich nur werden, wenn auch das Ensemble konzentriert und präzise agiert. Und das tun die sechs Akteure der kurzweiligen, eindreiviertel Stunden dauernden Inszenierung.
Tanja Kurz, Stuttgarter Zeitung

Die Zuschauer erleben einen sehr heiteren, entspannenden Abend. Schon nach wenigen Minuten beginnen einige zu kichern, und im Laufe der Vorstellung wird immer mehr gelacht. Dass nach dem Corona-Lockdown nun doch noch eine Neuinszenierung auf der Großen Treppe vor St. Michael möglich war, ist eine reine Freude. Das Stück, in dem es um Nähe und Ferne zwischen Menschen geht, passt insofern hervorragend in unsere Zeit. Es ist alles andere als ein billiger Ersatz. Man kann es getrost als das zentrale Element in der Spielzeit mit dem Motto „Alles anders!" sehen. Dieser unkonventionellen Inszenierung ist viel Publikum zu wünschen.
Monika Everling, Haller Tagblatt

Termine

Wiederaufnahme-Premiere 17. Juni, 20:30 Uhr
Weitere Vorstellungen 18.-19., 26. Juni, 1.-3. Juli, jeweils 20:30 Uhr

Eingeschränkte Online-Buchung: Online können Sie auf der Großen Treppe nur freie Doppelplätze einsehen und erwerben. Wie Sie mehr Optionen buchen, finden Sie hier: mehr Infos.

Spielort

Große Treppe

Fotos

Ensemble

Alice Hanimyan

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In ihrer fünften Spielzeit in Schwäbisch Hall ist Alice Hanimyan in der Wiederaufnahme von "Don Camillo und Peppone" und in "Das Spiel von Liebe und Zufall" auf der Großen Treppe zu erleben, und außerdem erneut in "Two Girls and a Boy" auf der Außenbühne am Neuen Globe. Zuvor spielte sie bei den Freilichtspielen in „Don Camillo und Peppone“, im Theaterspaziergang „Williams weite Welt“, in der musikalischen Komödie "Ewig Jung" und die Viola in "Was ihr wollt". Im Winterprogramm präsentierte sie zudem ihren Sixties-Abend "Two Girls and a Boy". Neben großen Musicalrollen wie der Natalie in „Fast Normal“ bei den Hamburger Kammerspielen oder der Serena in „Fame“ am Theater Schwerin sowie Hauptrollen in zahlreichen Kinderstücken spielte Hanimyan bereits mehrfach in Shakespeare-Inszenierungen des Intendanten Christian Doll bei den Gandersheimer Domfestspielen.

Martina Lechner

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Mit einer Hauptrolle im Musical „Elton John und Tim Rice’s AIDA“ gab Martina Lechner ihr Treppendebüt: Sie verkörperte Aidas Nebenbuhlerin, die Pharaonentochter Amneris. In diesem Sommer kehrt sie in "Das Spiel von Liebe und Zufall" und mit ihrem eigenen Solo-Musicalabend "Ich mach dann mal Musical!" zurück nach Schwäbisch Hall, erstmal auf der Außenbühne am Neuen Globe. Lechners Talent zeichnete sich bereits während ihres Studiums ab, als sie u. a. Hauptpreisträgerin des Fidelio-Wettbewerbs und Finalistin des Sylvester-Levay-Gesangswettbewerbs wurde. Inzwischen ist sie regelmäßig in großen Musicalrollen zu erleben, u. a. als Maria in „West Side Story“ in Wuppertal oder Jeanie in „Hair“ bei den Bad Hersfelder Festspielen. Wenn sie gerade nicht auf der Bühne steht, arbeitet sie als Herausgeberin des Musical-Podcasts „Musical & mehr ...“, in dem sie die Motive, Wege und Geschichten ihrer Bühnenkollegen für ein breites Publikum hörbar macht.

Natanaël Lienhard

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Der Sohn eines Franzosen und einer deutschen Schauspielerin verkörpert er dieses Jahr bei den Freilichtspielen sowohl den Kommunisten Fulmine in der Wiederaufnahme „Don Camillo und Peppone“, als auch den Harlekin in "Das Spiel von Liebe und Zufall". Zuvor war er in "Was ihr wollt" als Violas tot geglaubten Bruder Sebastian im Neuen Globe zu sehen. Nach Festengagements am Theater Heidelberg und am Badischen Staatstheater Karlsruhe arbeitet Lienhard seit 2014 als freier Schauspieler an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, am Badischen Staatstheater Karlsruhe und bei Lokstoff! Theater im öffentlichen Raum in Stuttgart. Neben klassischen Schauspielrollen ist er auch mit seinem Liederabend „Jacques Brel – On n’oublie rien“ regelmäßig an verschiedenen Bühnen zu erleben.

Martin Maecker

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Martin Maecker ist in Wuppertal geboren und aufgewachsen und studierte Schauspiel am Mozarteum Salzburg und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz. Es folgten Engagements bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall (u.a. „Kabale und Liebe“ Regie: Donald Berkenhoff und „Ein Sommernachstraum“, Regie : Christoph Biermeier), darüber hinaus am Jungen Theater Göttingen, am Theater Marburg und am Theater Erlangen. Außerdem arbeitet er für Film und Fernsehen, als Sprecher und hat über die Jahre diverse eigene Theaterabende entwickelt, unter anderem sein Soloprogramm „DADA heute-Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ“. Als Regisseur brachte er zuletzt am Theater Erlangen die Stückentwicklung „Macht nichts! Ein Loblied auf den Müßiggang“ auf die Bühne. Er lebt in Hamburg. In Schwäbisch Hall war er im Sommer 2020 in "Das Spiel von Liebe und Zufall" auf der Großen Treppe zu sehen.

Patrick Nellessen

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Patrick Nellessen absolvierte 2013 sein Schauspielstudium an der Bayerischen Theaterakademie. Nach seinem Erstengagement am Stadttheater in Erlangen zog es ihn 2015 wieder nach München zurück. Seitdem arbeitet er von dort aus freiberuflich. Er war in verschiedenen Stücken am Metropoltheater München zu sehen und gastierte u.a. in Augsburg und Stuttgart. Eine seiner prägendsten Erfahrungen war eine zweiwöchige Gastspielreise mit dem Theater Konstanz durch Malawi, Afrika. Für das ZDF stand er außerdem einige Male vor der Kamera. 2020 wird er in "Das Spiel von Liebe und Zufall" auf der Großen Treppe in Schwäbisch Hall zu erleben sein.

Dirk Weiler

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Als Jesus in „Don Camillo und Peppone“ und Otto in „Die Wahlverwandschaften“ feierte Dirk Weiler 2017 seinen Einstand in Schwäbisch Hall. 2018 spielte er bei „Wilhelm Tell“, 2019 in den Produktionen "Was ihr wollt" und "Ewig Jung" im Neuen Globe. In dieser Spielzeit ist er erneut in der Wiederaufnahme von "Don Camillo und Peppone" zu sehen, und verkörpert den Herr Orgon in "Das Spiel von Liebe und Zufall" auf der Großen Treppe. Weiler arbeitete zehn Jahre lang als Schauspieler und Sänger in New York, wo er u. a. Preisträger der Lotte Lenya Competition und des New York Nightlife Awards war. Sowohl im Sprechtheater als auch im Musiktheater zu Hause war er u. a. in Hauptrollen bei Stücken wie „Ganz oder Gar Nicht“, „Crazy for You“, „Jesus Christ Superstar“, „Chess“, „Ein Käfig voller Narren“, „Die lustige Witwe“, „Frau Luna“, „Der Kirschgarten“, „Highway to Hellas“, „Comedian Harmonists“ und „ Catch me if you can“ zu sehen.