Doku-Schauspiel zur familiären NS‑Aufarbeitung von Jennifer Sittler

Die Berufung

Gene hat Fragen.

Er hat Dokumente über seinen Großvater entdeckt, einen gewissen Edward Vieth Sittler, der sich mit 21 Jahren aus Ohio nach Deutschland begeben hat – als gebürtiger Amerikaner, im September 1937.
Alleine in New York versucht Gene, die Vergangenheit zu rekonstruieren. Mit dabei: Umzugskisten voll Material, das ihm zugeschickt wurde, seitdem er begonnen hat, der Familie Fragen über den lange verstorbenen Großvater zu stellen.
Nach und nach rekonstruiert Gene das Geschehen – die Ereignisse, die das Leben seines Großvaters geprägt haben: Ausreise nach Deutschland, Einbürgerung, Arbeit in der NS-Propaganda, Kriegsgefangenschaft und Landesverrats-Prozesse in den USA. Die fehlende Verarbeitung innerhalb der Familie nimmt mehr und mehr Raum in seiner Suche ein.

Wie kam es dazu, dass niemand gefragt hat? Und was passiert, wenn es jemand doch tut? Zwischen Bagelshops in Brooklyn, Archiven und Gerichtssälen versucht Gene, der Geschichte seiner Familie näher zu kommen – und findet zwischen Landes- und Zeitgeschichte seinen eigenen Umgang mit der Schuld seines Großvaters.

Dem Theatermonolog liegt Material aus dem Leben Edward Vieth Sittlers zugrunde, dem Großvater der Autorin und Regisseurin Jennifer Sittler.

Schauspiel Christian Wincierz
Buch/Regie Jennifer Sittler
Zeichnungen Clara Bosch
Musik/Dramaturgie Lucas Florian

Termine

10., 11. Dezember, 23. März, jeweils 19:30 Uhr
10. Dezember, 10 Uhr

Spielort

Neues Globe

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