Lesung mit Christine Dorner
Fräulein Else
Telegraphisch bittet die Mutter die junge Else, die mit Verwandten und weiteren Gästen zur Erholung im Kurhotel weilt, den drohenden Bankrott ihres Vaters abzuwenden und den Geschäftsfreund, den reichen Kunsthändler Dorsday, um ein hohes Darlehn zu bitten. Der ältliche Lebemann knüpft daran die Bedingung, sie lediglich vom Sternenlicht bekleidet anzusehen. Der quälende Konflikt zwischen empörter Scham und erpresster Aufopferung für die Familie treibt sie schließlich in den Tod: Sie nimmt eine Überdosis Veronal. Schnitzlers berühmte Novelle ist ein erstes Beispiel eines konsequent tiefenpsychologisch durchgeführten inneren Monologs über Verzweiflung und Leid einer jungen Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft um 1900. Christine Dorner, seit neun Spielzeiten in zahlreichen Rollen in Hall zu sehen, liest diesen atemlosen Monolog.
Ensemble
Christine Dorner
Als verschrobene Signora Christina in „Don Camillo und Peppone“ und als Nonna in „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ spielte sich Christine Dorner bereits bei ihren ersten Auftritten in Schwäbisch Hall im Jahr 2016 in die Herzen der Zuschauer. Die Österreicherin spielte in ihrer langen Karriere unter anderem am Theater Bremen, unter Intendant Kurt Hübner, auf einer der innovativsten Bühnen Deutschlands. Ihm folgte sie auch nach Berlin ans Theater der Freien Volksbühne. Seit 2012 ist sie regelmäßig in Inszenierungen des Freilichtspiele-Intendanten Christian Doll zu erleben. Im Winter 2022 spielte sie in „Der Herbst der Untertanen“ im Neuen Globe in Hall, im Sommer dann Daja in „Nathan der Weise" und die Großmutter in „Geschichten aus dem Wiener Wald". 2023 spielt sie Hanna Kennedy in "Maria Stuart". In diesem Jahr spielt sie, wie im letzten, den Butler in "Der Besuch der alten Dame" und den Glatzen-Peer in "Ronja Räubertochter".