von Samuel Beckett

Glückliche Tage

Winnies Leben besteht aus Stillstand. Sie kann sich nicht bewegen, kann nichts unternehmen, nichts Neues entdecken. Aber sie hat ihre Erinnerungen. Beim Aufwachen am Morgen weiß sie zwar, wie der restliche Tag verlaufen wird, es wird keine Überraschungen geben oder Veränderungen. Trotzdem bemüht sie sich, optimistisch zu bleiben. Auch heute soll es ein glücklicher Tag werden, schon am Morgen sagt sie sich, dass dies ein glücklicher Tag gewesen sein wird. In ihrer unmittelbaren Nähe liegt alles, was sie benötigt, um ein normales Leben zu führen: eine Zahnbürste, Schminksachen, eine Lupe, einen Sonnenschirm. Und einen Revolver, den sie aber nicht benutzen möchte, denn schließlich wird heute erneut ein glücklicher Tag sein. Zudem ist Winnies Situation kein Einzelschicksal. Ihrem Mann Willie geht es nicht anders. Allerdings scheint er nahe an der Resignation zu sein. Mit aller Kraft strahlt Winnie deswegen unvermindert Optimismus aus, sie spricht sogar Willie Mut zu, denn wenn sich nichts verändert, bedeutet das ja auch, dass es nicht schlimmer geworden ist. Ihr Überlebenswille formt sich in Sprache, man muss es nur immer wieder sagen: Glückliche Tage.

Mit seinem 1961 in New York aufgeführtem Stück schrieb Samuel Beckett eine Tragikomödie über ein Ehepaar in einer apokalyptischen Realität, vor der sie tapfer die Augen verschließen. Denn je aussichtsloser ihre Situation wird, umso mehr finden sie sich damit ab.

Zum Trailer

Mit Antonia Schirmeister, Ulrich Rechenbach
Regie und Kostüme Caroline Stolz
Bühne Tom Gerber

Termin

16. Februar, 19:30 Uhr

Spielort

Neues Globe

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