In unserer Premiere am 31. spielen wir einen berühmten Roman von Jane Austen nach unter dem Titel Stolz und Vorurteil* (*oder so).

Viele von Ihnen kennen sicher den Roman oder die Verfilmung von 2005 mit Keira Knightley als Elizabeth. Jane Austen ist eine der wichtigsten englischen Schriftstellerinnen. Bereits als Jugendliche begann sie zu schreiben und hatte Anfang 20 erste Fassungen ihrer Romane erstellt, aber erst später veröffentlicht: Verstand und Gefühl (1811), Stolz und Vorurteil (1813), Mansfield Park (1814) und Emma (1816). Anne Elliot und Die Abtei von Northanger erschienen postum 1818. Sie gilt als Wegbereiterin des modernen Romans, die mit scharfem Witz, sprudelnder Ironie und psychologischer Tiefe die Gesellschaft auf dem Land zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschreibt, die obere Mittelschicht, die Gentry. Obwohl ihre Geschichten oft als reine Liebesromane wahrgenommen werden, thematisieren sie tiefgründig die wirtschaftliche Abhängigkeit von Frauen sowie Standes- und Klassenunterschiede.


Trailer zu Stolz und Vorurteil *(*oder so)
Die Geschichte hier zwischen Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy ist die Umkehrung der Liebe auf den ersten Blick, da zuerst Stolz und Vorurteile auf beiden Seiten überwunden werden müssen. Ausgangspunkt ist ein eigentümliches Problem im englischen Erbrecht. Im sogenannten Entail kann ein Besitz nur in männlicher Linie vererbt werden, nur an männliche Nachkommen oder männliche Verwandte, wie Bruder oder Cousin. Somit können die fünf Töchter der Familie Bennet nur mittels Heirat (hier die wichtigste Aufgabe der Mutter Bennet) versorgt werden. Der Mann muss halbwegs standesgemäß und halbwegs vermögend sein. Dafür lässt die englische Autorin Isobel McArthur das Geschehen aber von denjenigen spielen, die im Roman nur am äußersten Rande Erwähnung finden: die Dienstbotinnen, zuständig für Waschen und Kochen und Bettenbeziehen. Sie legen Arbeitshandschuhe, Feudel und Eimer ab und spielen und singen im rasanten Rollenwechsel Mütter, Töchter, geeignete und ungeeignete Heiratskandidaten, Soldaten, Tanten und Cousinen und verwandeln Jane Austens berühmten Roman von 1813 in eine rasante, ironische Show, inklusive Popsongs und pointierter Gesellschaftskritik.

Stolz und Vorurteil* (*oder so)
Komödie von Isobel McArthur nach Jane Austen
Premiere 31. Juli
Weitere Vorstellungen 1., 2., 4.- 9., 11 - 16., 18., 19., 21. & 22. August, jeweils um 20 Uhr
Neues Globe
Karten & Infos: www.freilichtspiele-hall.de
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